Der Neue Friedhof in Glindow

Etwa seit dem 17. Jahrhundert wurde den Kirchengemeinden die Obhut über die Verstorbenen und ihre Gräber vor Ort anvertraut. In Folge dessen entstanden an vielen Orten Bestattungsanlagen in unmittelbarer Umgebung zur Kirche. Reichten die Flächen nicht mehr aus oder entwickelte sich seit dem 19. Jahrhundert ein kommunales Friedhofswesen, wurden sog. Neue Friedhöfe außerhalb des Wohnortes errichtet. Sie wurden in der Regel rechtwinklig und die Gräber in gerader Reihe parallel zur Friedhofsmauer angelegt. Gleich wie der Alte Friedhof befindet sich auch der Neue Friedhof in Glindow in Trägerschaft der Evangelischen Heilig-Geist-Kirchengemeinde Werder (Havel).

In seiner gegenwärtigen Gestalt teilt eine Baumallee diesen Friedhof etwa in der Mitte. Zuvor wuchsen mächtige Buchsbäume inmitten der Anlage. Als die Kirchengemeinde Glindow noch selbstständig war, pflanzte sie die Baumallee als ökologischen Ausgleich zu nötigen Rodungsarbeiten. Die Trauerhalle auf dem Neuen Friedhof steht als Kulturzeugnis von historischer Bedeutung unter Denkmalschutz. Da sich vor einigen Jahren bereits abzeichnete, dass die Begräbnisfläche auf dem Alten Friedhof in Glindow dem künftigen Bedarf genügen wird, entschloss sich die Kirchengemeinde nach eingehenderer Überlegung, keine weiteren Bestattungen mehr auf dem Neuen Friedhof vorzunehmen. Bestehende Gräber werden nach wie vor geschützt, besucht und gepflegt. Nach Ablauf aller Ruhefristen und Nutzungsrechte ist der Wunsch, auch nachfolgenden Generationen ausreichend Raum zur nachhaltigen und ökologischen Lebensweise zukommen zu lassen.

Adresse: Dr.-Wolf-Straße, 1452 Werder (Havel) OT Glindow

 

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit. Pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit. 

Aus dem Buch Prediger, Kapitel 3