Willkommen auf unseren Friedhöfen

Nicht mehr untergehen wird deine Sonne,
noch wird dein Mond abnehmen;
denn der Herr wird dir zum ewigen Licht sein.
Und die Tage deiner Trauer
werden ein Ende haben. 

Jesaja 60,20

 

Ein Spaziergang entlang der Gräber auf unseren Friedhöfen erinnert daran, wie die Menschen, die einst in dieser Stadt lebten, mit der Endlichkeit des Lebens umgegangen sind. Die Symbole auf den Grabsteinen zeugen von einem Glauben, der den Blick offen hält für das, was über den Tod hinausreicht. Im Frühjahr 2020 wurde die deutsche Friedhofskultur als kulturelles Erbe der UNESCO anerkannt. Unsere Friedhöfe sind Orte der persönlichen Erinnerung und des Gedenkens. Nehmen wir Kinder und Jugendliche mit zu den Gräbern, geben wir auch etwas vom Leben und Wirken unserer Vorfahren weiter. Es ist die Vielfalt des Lebens, die selten so zur Entfaltung kommt wie auf unseren Friedhöfen. Nicht nur unzählige Pflanzen- und Tierarten – Vögel, Fledermäuse, Moose und Flechten – finden hier ihren Lebensraum. Es gehört auch zu unserer Aufgabe, den Natur- und Artenschutz in Balance zu bringen mit der Pflege unserer Denkmäler und unserer Erinnerungskultur. Vielleicht gelingt das, wenn wir die jeweils längst schon vorhandene Vielfalt zulassen und bewahren.

Wir laden Sie ein, auf unseren Friedhöfen: dem Evangelischen Bergfriedhof in Petzow, dem Alten und dem Neuen Friedhof in Glindow und dem Alten Friedhof in Werder, Ihren Gedanken nachzugehen. Ruhen Sie aus, finden Sie Ihren Weg oder genießen Sie einfach das Gefühl, etwas für Sie selbst zu tun.

Pfarrerin Linda Jünger

Neuer Friedhofsname

Ausgehend vom Engagement freiwilliger Helferinnen und Helfer hat der Gemeindekirchenrat der Evangelischen Heilig-Geist-Kirchengemeinde Werder (Havel) in seiner Sitzung am 27. Oktober 2020 beschlossen, den evangelischen Friedhof auf der Anhöhe in Petzow in „Evangelischer Bergfriedhof“ umzubenennen.

Auf Bergen kommen wir Gott näher. Dessen sind sich viele Menschen sicher. In der Bibel ereignen sich die bedeutenden Momente auf einem Berg: Dort empfängt Mose die Zehn Gebote. König Salomo baut den Tempel auf dem Zionsberg. Jesus zieht sich gern auf einen Berg zurück. In seiner Bergpredigt von ruft Jesus dazu auf, alle Mitmenschen zu lieben. Schließlich stirbt Jesus am Kreuz auf einem Berg. Unser besonderer Dank gilt den Frauen und Männern aus Petzow, mit deren Unterstützung wir diesen Berg wieder gefahrlos besteigen und Gott vielleicht näher sein können. Wer weiß?!